Luftfedern – ein Einblick!

Yvette Koehorst/ February 24, 2022/ Arnott Europe

Luftfederungen gibt es in verschiedenen Konfigurationen, die die Kombination aus Luftfederbeinen, Stoßdämpfern und Luftfedern bestimmen. Bei Ausstattung mit kompletten Luftfederbeinen sind die Luftfedern in die Federbeine integriert und nicht separat an der Achse montiert. Diese Komplettbaugruppen kommen in der Regel für die Vorderradaufhängung zur Anwendung, während die Hinterradaufhängung in der Regel eine Kombination aus separaten Stoßdämpfern und Luftfedern verwendet. Es gibt jedoch auch Anordnungen mit kompletten Luftfederbeinen an allen Rädern.

Die Technik im Inneren

Obwohl ein herkömmliches Schraubenfederbein ganz anders aussieht als ein Luftfederbein, erfolgt der Austausch auf sehr ähnliche Weise. Wenn ein Mechaniker ein Schraubenfederbein ersetzen kann, dürfte auch der Austausch eines Luftfederbeins keinerlei Schwierigkeiten bereiten. Die Technik eines kombinierten Federbeins mit integrierter Luftfeder ist jedoch recht komplex.

Eine Luftfeder stützt das Gewicht des Fahrzeugs durch Luftdruck. Hier ein genauerer Blick auf die Konstruktion: Hochbelastbare Crimping- bzw. Quetschringe dichten den Luftbalg am oberen Federlager und am Rollkolben ab. Der Rollkolben ist mit dem äußeren Dämpferrohr verbunden und wird durch einen O-Ring abgedichtet, um eine luftdichte Verbindung zu gewährleisten.

Der Gummiluftbalg dieser luftdichten Konstruktion ist in der Regel in einem Aluminiumgehäuse untergebracht, um ein besseres Ansprechverhalten zu erzielen. Zum Schutz der Luftfeder vor Staub- und Schmutzansammlungen zwischen Luftbalg und Rollkolben, wird sie häufig mit einer flexiblen Staubschutzhülle versehen. Je nach Konstruktion kann eine zusätzliche Abdeckung das Risiko von Leckagen an diesen Elementen erheblich verringern. Darüber hinaus verfügt das Luftfederbein über einen integrierten Anschlagsdämpfer. Dieses Bauteil verhindert eine Beschädigung des Kolbens und des Bodenventils, indem es zusätzliches Spiel bereitstellt, wenn das Fahrzeug bis zum Anschlag einfedert (volle Kompression). Einige Luftfederbeine verfügen auch über eine zweite Luftkammer im oberen Bereich oder sogar in einem externen Behälter. Diese zusätzliche Luftkammer bietet zusätzliches Volumen, das zur Schaffung von zwei Federraten verwendet wird. Der Hauptgrund dafür ist ein gesteigerter Fahrkomfort. Bei geringerem Luftvolumen resultiert eine härtere Federung, während mehr Volumen eine weichere Abstimmung bewirkt, da beim Einfedern mehr Luft komprimiert werden muss. Gleichzeitig ermöglicht dieser Ansatz eine kompaktere Bauweise, wodurch der Platzbedarf an der Hinterachse reduziert wird. Dies erlaubt einen breiteren Kofferraum.

Austausch

Beim Austausch eines Luftfederbeins sind einige Dinge zu beachten. Wenn Sie über die richtige Ausrüstung verfügen, ist es immer möglich, eine verschlissene oder gebrochene Schraubenfeder aus dem Federbein zu entfernen und dann das Federbein mit einer neuen Schraubenfeder wieder zusammenzubauen. Bei einem Luftfederbein ist dies jedoch in der Regel nicht der Fall. Oft ist es aufgrund der Komplexität des Federbeins nicht möglich, die Luftfeder vom Federbein zu trennen und dann beim Wiedereinbau eine neue luftdichte Federbeinkonstruktion zu erzielen.

Es gibt einige Ausnahmen, bei denen die OE-Hersteller das Luftfederbein so konstruiert haben, dass die Möglichkeit besteht, nur die am Federbein montierte Luftfeder zu ersetzen. In diesem Fall bietet Arnott die Option, allein die Luftfeder zu ersetzen oder das vormontierte Federbein komplett zu ersetzen. Sollte sich ein Kunde dafür entscheiden, nur die Luftfeder zu erneuern, sind folgende Hinweise zu beachten. Wird nur die verschlissene Luftfeder ersetzt, sollte der Stoßdämpfer des Luftfederbeins sorgfältig auf Ölaustritt und Funktion geprüft werden. Öl beeinträchtigt den Luftfederbalg aus Gummi und würde folglich die Lebensdauer der neuen Luftfeder verkürzen. Zweitens ist die Dämpfungskraft eines verschlissenen Stoßdämpfers wesentlich geringer, d. h. die Luftfeder ist Stößen ausgesetzt, für die sie nicht ausgelegt ist, wodurch vorzeitiger Verschleiß droht.