Einbau von Luftfedern, Tipps & Tricks

Svandiejen/ April 21, 2022/ Arnott Europe

Als Spezialist für Luftfederungen auf dem Nachrüstmarkt ist es natürlich im Interesse von Arnott, dass sich alle Mechaniker bei Arbeiten an Luftfederungssystemen sicher fühlen und gut informiert sind. In diesem Artikel geben wir Ihnen einige wertvolle Tipps und Tricks für einen Austausch von Luftfedern.
 
Luftfedern
Stellen Sie beim Einbau einer neuen Luftfeder unbedingt sicher, dass der untere Kolben korrekt montiert ist und sicher mit seinen Befestigungsstiften/Aufnahmen verbunden bzw. ordnungsgemäß eingerastet ist. Andernfalls besteht Gefahr von Bruch des unteren Kolbens oder dass sich die Luftfeder von Ihrem Sitz löst.

Bei einigen Anwendungen muss zudem geprüft werden, ob der obere Teil der Luftfeder korrekt auf dem Positionierungsstift sitzt. Falls nicht korrekt gesichert, wird der Luftfederbalg beim Beaufschlagen mit Druck gegen seinen oberen Befestigungspunkt/Klipp gedrückt. Dies könnte zu einem Riss im oberen Kolben und Undichtigkeit der Luftfeder führen.

VOSS-Kupplung
Niemals gebrauchte VOSS-Kupplungen wiederverwenden! Bei Wiederverwendung kann die Gummidichtung leicht beschädigt werden und zu einem Luftaustritt an der Verbindung führen. Falls erforderlich, die VOSS-Kupplung mit maximal 2 Nm festziehen. Bei einem höheren Anzugsmoment kann das Schraubgewinde beschädigt und undicht werden.

Luftleitungen
Die Luftleitung vor dem Einführen auf Kratzer und Schnitte prüfen, da diese zu Undichtigkeiten führen können. Falls vorhanden, den schadhaften Bereich mit einem geeigneten Schneidewerkzeug abschneiden. Dann die saubere Luftleitung vollständig in die VOSS-Kupplung einführen und hineindrücken, bis sie sicher sitzt. Kurz daran ziehen, um sie zu fixieren und eine sichere Verbindung zu gewährleisten.
 
Nach dem Einsetzen sicherstellen, dass die Luftleitung ordnungsgemäß platziert und verlegt ist. Wenn sich die Luftleitung nicht an der korrekten Stelle befindet, kann sie mit der Zeit verbeult oder beschädigt werden. In manchen Fällen kann eine Nichtbeachtung der korrekten Verlegung/Führung dazu führen, dass die Luftleitung unmittelbar nach dem Aufblasen zwischen der Oberseite der Luftfeder und dem Fahrgestell eingeklemmt wird, wodurch die Luftfeder anschließend nicht mehr über die Luftleitung entlüftet werden kann!

Aufblasen der Luftfeder
Die Luftfedern müssen wie geliefert montiert werden. Ein Auseinanderziehen oder Zusammendrücken der Luftfeder erleichtert nicht den Einbau, sondern kann zu Schäden führen, da sie sich während des Aufpumpens auf den Betriebsdruck u. U. falsch faltet.

Die Luftfeder nur bei abgestütztem Fahrzeug aufpumpen. Andernfalls ist das Fahrzeuggewicht ungleichmäßig verteilt, was beim Anlegen von Druckluft zu einer übermäßigen Verformung führen kann. Diese Verformung kann den Luftbalg so stark belasten, dass er aus dem Quetschring gezogen wird. Die obigen Informationen beschreiben die allgemeine Aufpumpmethode. Für spezifische (modellspezifische) Aufpumpverfahren stets die Anweisungen des Herstellers konsultieren und befolgen!

Abschließende Systemprüfung
Beim Austausch einer Luftfeder sind einige Dinge zu beachten. Wird nur die verschlissene Luftfeder ersetzt, müssen die Stoßdämpfer sorgfältig auf korrekte Funktion und auf Ölaustritt geprüft werden. Die Dämpfungskraft eines verschlissenen Stoßdämpfers ist wesentlich geringer, d. h. die Luftfeder ist Stößen ausgesetzt, für die sie nicht ausgelegt ist. Sie wird dadurch schnell beschädigt, was einen früheren Austausch erfordert. Zweitens kann bei einer am Federbein montierter Luftfeder austretendes Öl den Gummiluftbalg beschädigen und damit die Lebensdauer der neuen Luftfeder verkürzen.
 
Falls die undichte Luftfeder über einen längeren Zeitraum unbemerkt bleibt, könnte das Leck auch den Kompressor beschädigen. Ein Leck im System führt dazu, dass der Kompressor zu oft oder ständig läuft und schließlich überhitzt. Der Kompressor ist dann nicht mehr in der Lage, den erforderlichen Druck zu liefern, um das Fahrzeug ausreichend anzuheben, oder es dauert viel länger als üblich. Die meisten Diagnosegeräte sind in der Lage, eine Kompressorprüfung durchzuführen oder den maximalen Förderdruck zu messen, um den Zustand zu prüfen. Je nach Testergebnis könnte ein Austausch des Kompressors angeraten sein.